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Thursday, October 22, 2015

Sich selbst gebären


Erich Fromm, Psychoanalytiker und Autor von Die Kunst des Liebens, unter anderen Büchern, schrieb: Das wichtigste Unterfangen im Leben eines Menschen ist es, sich selbst zu gebären.

Das Selbst-Gebären kann zu jedem Zeitpunkt geschehen. Vielleicht sind Sie schon über 70, ein Teenager, Mitte 30: Ganz egal, diese berauschende Veränderung können Sie in jedem Alter initiieren.

Warum ist sie so berauschend? Es hat damit zu tun, das wahre Selbst zu finden; jenes, das existieren soll; jenes, das eine wahre Bedeutung, einen wahren Zweck im Leben verspürt; jenes, das Ihnen mehr Freude, Erfüllung und Glück verschaffen wird als jeder andere Aspekt Ihres Wesens.

Wenn wir beginnen, unsere Leben von einem Standpunkt von Wachstum und Sinn aus zu betrachten (und. ich wiederhole, das Alter spielt hierbei keine Rolle); wenn wir verstehen, dass wir nicht nur auf der Welt sind, um Ehre, Prestige, Geld und Dinge anzuhäufen, auch wenn all das natürlich wertvolle Elemente eines guten Lebens sind, dann verstehen wir vielleicht, dass es eine andere Perspektive darauf geben kann, wie wir in unserer Entwicklung voranschreiten können – eine Perspektive, die viel mehr mit der ewigen Gültigkeit der Seele zu tun hat als mit allem anderen.

Wir beginnen, uns für unser Innenleben zu interessieren – nicht auf eine egoistische Art und Weise, nicht unserem Ego folgend –, weil uns nämlich genau dieses Innenleben am zuverlässigsten den Weg zu unserer eigenen Geburt weisen kann. Dass unsere Intuitionen dabei eine fundamentale Rolle spielen, sollte niemanden überraschen. Vielleicht haben Sie gehört, dass Wissenschaftler nun vom zweiten und dritten Gehirn sprechen (siehe zu dem Thema auch mein Newsletter vom Mai 2006, auf Englisch). Damit werden Ansammlungen von Milliarden von Neuronen bezeichnet, die man jeweils im Bauch (in den Eingeweiden) und im Herz gefunden hat. Diese Neuronen liefern unserem Selbst intelligente Informationen einer anderen Art, sodass wir nicht nur logische Informationen – von unseren Gehirnneuronen – erhalten, sondern auch intuitive und emotionale Informationen – von den Neuronen in der Magengegend und im Herzen. Zusammen erlauben es uns diese drei Arten von Informationen – wenn wir sie auch wirklich zusammen nutzen –, viel fundiertere Entscheidungen zu treffen, als es uns einzig auf Basis der Informationen, die uns unser rationales Gehirn zu Verfügung stellt, möglich wäre.

Unsere intuitive Intelligenz hat viel zu bieten. Sie kann in der Sprache unseres innersten Selbst mit uns kommunizieren, also in der Sprache jenes Teils von uns, der für das bloße Auge unsichtbar ist und den andere nicht sehen können, und der schon immer existiert hat und immer existieren wird. Um seine Sprache zu verstehen, ist es wichtig zu verstehen, wie wir uns selbst gebären können. Deshalb ist es von größter Bedeutung, auf unsere Intuition zu hören, und das wiederum können wir zum Beispiel trainieren, indem wir uns von unseren Eingebungen leiten lassen. (Siehe auch den kurzen Eintrag über das neue Buch von Gert Gigerenzer zum Thema: Intuition Has Great Value After All!, auf Englisch).

Wir können das Gehör für unsere Intuition schärfen, indem wir ab und an Zeit alleine verbringen, indem wir meditieren, alleine spaziergehen, doch vor allem, indem wir die kleine Stimme in unserem Inneren zulassen, wenn sie sich in uns regt und sanft fordert, angehört zu werden. Ignorieren Sie sie also nicht, sagen Sie sich nicht, dass diese Eingebungen wertlos seien, und dass sie ihnen deshalb keine Beachtung schenken müssen. Ändern Sie etwas an diesem Automatismus. Und machen Sie es sich bewusst, wenn kurz nach einer Intuition etwas eintritt, wie zum Beispiel: Ich habe gerade an Tante Irmhild gedacht und zwei Minuten später ruft sie mich an. Während diese Art von Beispiel nur von untergeordneter Bedeutung ist, erlaubt es es Ihnen doch, einen Prozess zu beginnen, anhand dessen Sie die Rolle der Intuition in Ihrem Leben besser verstehen können.

Um diesen Gedanken mit dem Thema des heutigen Eintrags zu verbinden: Genau diese intuitiven Teile Ihrer selbst können Ihnen unheimlich bedeutsame Informationen darüber liefern, wohin Sie gehen und was Sie tun können, um Ihre Geburt voranzubringen.

Wie finden wir Bedeutung im Leben? Einer der einfachsten Wege besteht darin, mit Ihrem inneren Ohr auf die Reaktionen Ihres Körpers auf bestimmte Dinge zu lauschen. Achten Sie insbesondere auf ein Gefühl der Aufregung in Ihrem Solarplexus, eine beschleunigte Atmung, eine rosigere Gesichtsfarbe, eine erhöhte Körpertemperatur, wenn Sie einem Gespräch lauschen, einen Beitrag im Radio hören oder eine Dokumentation im Fernsehen anschauen. In diesem Fall gibt Ihr Körper Ihnen nämlich einen Hinweis auf die Bedeutung des betreffenden Themas für Sie und Ihren wahren Lebenszweck (siehe auch mein Newsletter vom Juni 2006 Finding a Meaning For Your Life, auf Englisch). Dieses innere Lauschen ist intrinsisch mit Ihrer Intuition verbunden und stellt eine weitere Möglichkeit dar, um Ihren inneren Dialog zu stärken und der Geburt Ihrer selbst näherzukommen.

Hier ein paar weitere Anregungen, um in diesem Veränderungsprozess voranzukommen:

Sich selbst zu gebären hat zu tun mit: dem Beleben eines Lebens im Schlafzustand (Animating Dormant Lives, Englisch), mit dem Leben, das Sie nicht führen, und mit bewusstem Leben (Das unbedachte Leben). Auch wenn Sie ein unauthentisches Leben führen, lege ich Ihnen nahe, das Thema des Selbst-Gebärens zu erforschen, und den Flow zu finden (Finding Flow, Englisch) ist ein weiterer Aspekt davon. Denn Ihr Leben zu gebären impliziert, dass Sie Ihrem Leben einen Sinn geben und dass Sie verstehen, dass Gedanken niedriger Energiefrequenz Ihre Lebensqualität untergraben (Low Frequency Thoughts Erode the Quality of Your Life, Englisch). Sie bewahren ein hohes Energieniveau (Keep Your Energy High, Englisch), indem Sie Ihren Energiezustand selbst in die Hand nehmen (Taking the State of Your Energy into Your Own Hands, Englisch), damit Sie ein gutes Leben führen (Have A Good Life, Englisch) können .

Wenn Sie verstehen, dass Sie ein Opfer sein oder die Freiheit wählen können (Be a Victim or Choose Freedom, Englisch), dass Ihre gesunden Grenzen und die Entscheidungen, die Sie treffen, den Ausschlag geben können, dass Sie Ihre Gefühle nutzen können, um sich selbst kennenzulernen (Use Your Emotions to Learn About Yourself, Englisch) und dass Sie, wenn es nur geht, Sie selbst sein sollten mit den Menschen, die Sie lieben, stehen Ihre Chancen richtig gut, Ihr wahres Selbst zu gebären. Ihr Glück zur Priorität zu machen (Making Happiness a Priority, Englisch) ist eine wichtiger Gedanke, genau wie das Konzept des sich selbst verwirklichenden Menschen (Self-Actualizing People, Englisch). Auch die Idee, dass die Antwort auf Ihre Zukunft womöglich nicht in der Vergangenheit liegt, hat damit zu tun, genauso wie zu lernen, es nicht zuzulassen, dass Ihnen jemand Ihren Traum wegnimmt, einen Teil davon darstellt.

Indem Sie sich selbst fragen, wen Sie bewundern (Whom You Admire, Englisch), verstehen, dass Sie sich selbst das Geschenk der Einsamkeit gewähren müssen, lernen, dass Selbstmitleid zu empfinden (Feeling Sorry for Yourself) vermutlich nicht der schnellste Weg hin zum Wachstum ist, und Sie das Kleine im Großen sehen, wird sich Ihnen der Mikrokosmos im Makrokosmos offenbaren, wenn Sie das Konzept Wie innen, so außen (As Without, So Within, Englisch) verstehen.

Shakespeare erklärte uns, dass unsere Zweifel unsere Feinde sind (Our Doubts Are Our Enemies, Englisch), und viele Autoren über die Jahrhunderte hinweg haben uns ein Bewusstsein dafür verschafft, dass die Gegenwart alles ist.

Nutzen Sie diese Gedanken, um verlöschende Flammen in Ihrem Leben neu zu entfachen und in Ihrem Prozess Selbst-Gebärens voranzukommen.

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Besuchen Sie auch meine Buch-Website: www.gabriellakortsch.com wo Sie Auszüge und Zitate von meinen Büchern abladen können (zwar bis Frühjahr 2015 nur auf Englisch). Mein letztes Buch Emotional Unavailability & Neediness: Two Sides of the Same Coin ist nun auch weltweit bei Amazon als Taschenbuch oder E-Book für Kindle erhaltbar. Auch können Sie es (sowie meine anderen Bücher) bei Barnes & Noble finden.

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DEINE SEELE UND DU
  

Fragen Sie eine beliebige Person, ungeachtet ihrer Lebensumstände, ob sie ein dynamisches, erfüllendes, harmonisches und glückliches Leben führt. Eine aufrichtige Antwort lautet oft 'nein', denn diese Frage ehrlich mit 'ja' beantworten zu können ist keine Kleinigkeit. Allein psychologisches und emotionales Wachstum genügen nicht. Auch spirituelles Wachstum allein reicht nicht aus. Um Ihr volles Potential zu entfalten, müssen Sie alle drei Dimensionen gleichermaßen entwickeln. Wenn Sie bereit sind, die komplette Verantwortung für Ihr Selbst zu übernehmen, und aufzubrechen zu dieser lebenslangen Reise, werden Sie schon bald einen Vorgeschmack dessen finden, wonach Sie streben: Inneres Wohlbefinden, Freiheit, Frieden, Harmonie und Glück. Dieses Buch wird Ihnen einen Weg aufzeigen, auf dem Sie sich selbst erfahren und sich selbst zu meistern lernen werden - einen Weg, dessen Beschreitung das aufregendste Abenteuer Ihres Lebens sein wird.

Vorablob für Deine Seele und Du 

"Deine Seele und Du ist eine Offenbarung an Einsichten in die Grundlagen des Leids und der Transzendenz des Menschen. Es legt nicht nur die wichtigsten Schritte hin zu innerer Freiheit und Freude dar, sondern erhellt auch den Weg zum wahren Potential eines jeden Menschen: Das überwaltigende, dynamische "mögliche Selbst". Mit Klarheit, Mitgefühl und Weisheit geschrieben, entspringt diese Chronik nicht der Spekulation, sondern kommt aus den Tiefen hart erarbeiteter persönlicher Erfahrung. Gabriella Kortsch is eine spirituelle Meisterin unserer Zeit."
          PAUL RADEMACHER, Geschäftsführer des The Monroe Institute, Autor von A Spiritual Hitchhiker's Guide to the Universe

"Gabriella Kortsch nutzt ihr Talent und ihre Erfahrung, um die Anleitung zur Wiedervereinigung mit der Seele zu schreiben. Ein tiefgehender Führer zum Leben, zur Liebe, zu spiritueller Entwicklung und zum Finden unseres Platzes im Universum."
          MICHAEL HABERNIG & APRIL HANNAH; Produzenten von The Path: The Afterlife und The Path 11 Documentaries

Dieses sorgfältig fundierte und verfasste Buch ist zweifelsohne das Meisterwerk einer hoch talentierten Seelenheilerin, die intensiv denkt, intensiv fühlt und sich intensiv um das Wohlergehen der Welt und der Menschheit sorgt. Die Lektüre wird Ihr Leben verändern; die Ideen, Prinzipien und Vorschläge aktiv zu leben, wird ihr Leben transformieren. Und es wird Sie sicher und von Freude erfüllt nach Hause zu Ihrem wahren Selbst bringen, zu Ihrer Seele. Ich fand das Buch bezaubernd, herausfordernd und wunderbar nützlich."
          PEGGY RUBIN, Direktorin des Zentrums für Heiliges Theater, Ashland, Oregon (USA); Autorin von To Be and How To Be, Transforming Your Life Through Sacred Theater

"Deine Seele und Du ist ein Wegweiser zur Seele.  Dieses inspirierende Buch lädt Sie ganz einfach dazu ein, sich für die Möglichkeit zu öffnen, dass Sie mehr sind, als Sie glauben; in Wahrheit sind Sie ein Geist in Gestalt, der ein seelengerichtetes Leben führt.  Es stellt einen Durchbruch für jene dar, die praktische Hilfe suchen, für jene, die der Mystik zugewandt sind und für jede Seele, die auf ihre Entdeckung wartet. Lesen Sie es zuerst einmal von vorn bis hinten durch; dann bewahren Sie es stets in Ihrer Nähe auf und blättern Sie jedes Mal in ihm nach, wenn Ihr Geist sich von der Nachricht entfernt, die Ihre Seele im Herzen abgibt." 
          DR. TONI PETRINOVICH; Autorin von The Call: Awakening the Angelic Human

"Die Seele kann nicht krank werden, doch sie braucht Nahrung; ansonsten würde unser Leben gewissermaßen verhungern. Dieses wundervolle Buch von Dr. Gabriella Kortsch ist definitiv gesunde 'Seelennahrung'. Es wird klar, dass es auf Ihrem Weg zur ‚Wiedervereinigung‘ mit der Seele die der Persönlichkeit eigene Energie und bewusste Achtsamkeit sind, die sie auf ein höheres Niveau erheben werden, auf dem das Unsichtbare sichtbar und als Frieden, Freude, Liebe und Freiheit erfahren wird. Ein besonderes Buch, das wir genießen und feiern müssen."
          ERIC ROLF; Autor von Soul Medicine: The Heart of Healing

"Deine Seele und Du ist eine der besten Einführungen zum spirituellen Leben, die ich je gelesen habe. Nicht esoterisch, sondern in der Realität verankert und praktisch. Lesen Sie es, und die Seele bleibt nicht länger nur ein Dogma oder ein Hypothese. Sie ist real und ist genau so sehr ein Teil Ihrer selbst wie Ihre Zehen. Oft bringen wir diese innere Stimme zum Schweigen, doch indem wir diesen Aspekt unserer selbst anerkennen, beginnen wir, unsere ureigenste Natur zu entdecken, unsere intuitive Wahrheit, und so wird sie unser Führer zur Liebe. Die Autorin illustriert die Beschränkungen eines Lebens unter dem Joch des geistigen Egos und stellt in praktischen Worten dar, wie wir es überwinden können, indem wir einen bewussten Standpunkt aktivieren, dem Pfad unserer Intuitionen und Gefühle folgen, die Trennung zwischen unserem Körper und unserer Umgebung aufgeben und schlussendlich die innere Führung und den Quell der Liebe in unserer Seele in unsere Leben aufnehmen. Das hat tiefschürfende Implikationen."
            PETER SHEPHERD; Gründer von Trans4mind:  http://www.trans4mind.com; Autor von Daring To Be Yourself


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Wednesday, June 24, 2015

Erfolg ist ein Prozess


Kürzlich habe ich das folgende, wundervolle Zitat von Andrew Matthews Matthews gelesen:

Die Natur braucht stets ihre Zeit. Mächtige Eichen werden nicht über Nacht so mächtig. Und sie verlieren eine Menge Laub, Äste und Rinde, während sie zu so mächtiger Größe heranwachsen.

Wir alle sollten uns dieses Zitat zu Herzen nehmen. Und wir können die Analogie vielleicht sogar noch ein bisschen ausbauen: Während die Eiche wächst, schießt sie vielleicht plötzlich in die Höhe und eine Zeitlang scheint es, als ob eine Menge Wachstum in äußerst kurzer Zeit geschieht. Und dann verlangsamt sich ihr Wachstum wieder.

Und wenn das Laub zu fallen beginnt, verzweifeln wir weder, noch glauben wir, dass die zukünftige mächtige Eiche stirbt oder aufgehört hat zu wachsen. Wir wissen, dass sie etwas später weiterwachsen wird, sobald dieser momentane Transformationsprozess abgeschlossen ist. Vielleicht wird es irgendwann nötig, einen Ast abzusägen, wenn er krank ist oder abstirbt. Auch das ist kein Grund, zu verzweifeln, frustriert zu werden oder die Zuversicht zu verlieren.

Manchmal muss man einfach Geduld mit seinem eigenen Erfolg und Wachstumsprozess haben. Und mehr noch als Geduld braucht man vielleicht die Erkenntnis, dass Beharrlichkeit und Beständigkeit Teil des Prozesses sind. Schritt um Schritt, Zentimeter um Zentimeter, Blatt um Blatt wächst die mächtige Eiche. Innere Freiheit kommt vom Wissen, dass alles seine Zeit hat.

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Friday, June 19, 2015

Wie Cilantro in Cancun, weiche Kontaktlinsen in Miami, und Baulärm und seltsam riechende Bäume in Spanien meine Welt verändert haben


Haben Sie heute Geduld mit mir. Ich habe eine vierteilige Geschichte zu erzählen. Vielleicht klingt es etwas billig und nicht Ihrer Aufmerksamkeit würdig. Doch ich versprechen Ihnen, dass Sie einige Aspekte Ihres Lebens in einem neuen Licht sehen werden, wenn Sie mich zu Ende anhören. Und Ihr Leben in neuem Licht zu sehen bedeutet wortwörtlich, dass sich Ihre Welt ändert.

In den frühen 90ern zog ich von Spanien nach Cancun in Mexiko, wo es mir vergönnt war, in einer idyllischen Umgebung am Strand mit Blick auf das unverschämt transparente, aquamarinblaue Meer zu leben, und ich einen Großteil meiner Zeit dem Schreiben widmen konnte. Kurz nach meiner Ankunft bemerkte ich, dass die meisten Gerichte in Restaurants Cilantro enthielten, die Blätter des Korianders, die in etwa so aussehen wie Petersilie, aber ganz anders schmecken. Ich stellte fest, dass ich Cilantro nicht nur hasste, sondern dass mir allein von seinem Geruch schon übel wurde. Ich versuchte, ihn zu vermeiden, aber musst ich einsehen, dass es ein ähnlich ergiebiges Unterfangen war, eine Maya-Pyramide in Hochhackigen zu erklimmen, wie ein Gericht ohne Cilantro zu finden. Also quasi unmöglich!

Dann versuchte ich, den winzig klein gehackten Cilantro aus den Gerichten zu fischen, die ich in Restaurants bestellte, nur um festzustellen, dass es nicht nur unheimlich aufwendig war – die kleingehackte grüne Plage war einfach überall! –, sondern auch nutzlos: Zum Zeitpunkt meiner Aussortier-Aktion hatten sie ihren Geschmack schon lang an das Gericht weitergegeben.

Ich führte Streitgespräche mit mir selbst. Ich schäumte vor Wut ob der Strapazen, die mir dieses vermaledeite Land aufbürdete. Und dann, etwa zwei Wochen nach meinem Umzug, beschloss ich, dass die wirksamste Lösung für mein Problem war, mich zu entscheiden, Cilantro zu lieben.

Ganz einfach, was? Nun, mittlerweile liebe ich Cilantro tatsächlich so sehr, dass ich, die ich nun wieder in Spanien lebe, alle möglichen Strapazen auf mich nehme, um welchen zu finden – hier wird er nämlich nicht in jedem Supermarkt verkauft.

Schnellvorlauf. 2002 in Miami, wo ich acht Jahre lang lebte. Ich gärtnerte viel. Machte meinen Doktor in wenig mehr als drei konnte. Hatte wundervolle Katzen. Und musste feststellen, dass die harten Kontaktlinsen, die mir 30 Jahre lang gute und treue Dienste geleistet hatten, mir nicht mehr taugten. Plötzlich konnte ich nicht mehr lesen und musste eine Lesebrille über meinen Kontaktlinsen tragen, und eine andere Brille, um am Computer zu arbeiten. Die Kontaktlinsen waren nur mehr gut für die Ferne. Also ging ich zum Augenarzt. Er empfahl mir weiche Kontaktlinsen. Eine sollte ich für die Nähe verwenden und die andere für die Ferne. Ich wusste, ich hasste weiche Kontaktlinsen –  im Vergleich zu den harten Kontaktlinsen sieht man richtig schlecht. Aber ich versuchte es. Natürlich hatte der gute Arzt Unrecht! Es funktionierte einfach nicht! Alles war verschwommen, ich konnte nichts sehen... also machte ich Orthokeratologie mit dem wundervollen, geduldigen Dr. Boshnick. Obwohl ich nicht mehr in meinen Zwanzigern war, funktionierte das wunderbar und mein Problem war vorerst gelöst.

Schnellvorlauf. 2006, Marbella in Spanien. Meine speziellen Ortho-K-Linsen waren zerbrochen. Ich konnte hier an der Costa del Sol keinen Spezialisten für diese noch - hier - relativ unbekannte Technik finden. Ich musste also entweder nach Miami zurückfliegen oder hier in der Umgebung eine Alternative auftreiben. Ich ging also zu einem ganz vortrefflichen Optiker. Nach ausgiebigen Untersuchungen gab man mir zwei Alternativen: Eine Brille oder weiche Kontaktlinse, eine für die Nähe und eine für die Ferne... ganz wie der Arzt in Miami es mir vier Jahre zuvor empfohlen hatte. Zähneknirschend willigte ich ein, es noch einmal zu versuchen und glaubte felsenfest, dass es wieder nicht funktionieren würde.

Ich ließ mir also die Probekontaktlinsen anpassen und wurde nach draußen geschickt, einen Kaffee trinken, während ich mit der verschwommenen, nebeligen Welt kämpfte. In der Tür stehend (ich hätte am liebsten um einen Gehstock gebeten) fragte ich, was passieren würde, wenn ich mich nicht an die Kontaktlinsen gewöhnte. Sie werden eine Brille tragen müssen, war die Antwort. Ich ging also in ein Café und sagte mir selbst: Du wirst dich daran gewöhnen. Sie haben gesagt, es hängt davon ab, ob dein Gehirn flexibel ist oder nicht. Also wird es funktionieren!

Und wissen Sie was? Ein paar Minuten später sah ich perfekt. Weil ich mich entschlossen hatte, mit diesen Kontaktlinsen sehen zu können. Ganz wie ich mich zuvor dazu entschlossen hatte, mit denselben Kontaktlinsen nicht sehen zu können.

Ganz einfach, was? Mittlerweile bin ich so begeistert von meiner wiedererlangten exzellenten Sehkraft, dass ich diese Lösung jedem mit ähnlichen Problemen empfehle.

Schnellvorlauf. April, Mai, Juni 2007. Ich mache jeden Morgen eine Stunde Powerwalking und zusätzlich 15 Minuten Dehn- und Freiübungen, wenn ich am Strand ankomme. Dorthin gelange ich, indem ich die Siedlung durchquere, in der ich lebe. Dann noch am 11-Loch-Golfplatz vorbei und ich bin am Strand. Seit Monaten schon fand eine massive Wasser- und Abwasserkanalrenovierung statt und verwandelte die normalerweise ruhigen Straßen des Wohngebiets in ein Inferno aus Staub, Lärm und Getöse. Kein Vogelzwitschern begleitete meinen Morgensport mehr, nur noch Lärm, Lärm und nochmals Lärm. Sie müssen wissen: Ich bin sehr lärmempfindlich. Ich hasse Lärm. Ich lebe, wo ich lebe, gerade weil es so friedlich und ruhig ist. Außerdem waren meine morgendlichen Powerwalks eine Art der Meditation-mit-offenen-Augen und Kreativ-Zeit. Und jetzt wurde sie mir von idiotischen Presslufthammern und lauten Arbeitern verdorben. Eine Zumutung. Als ich also nach einem oder zwei Tagen des Genervt-Seins einsehen musste, dass sich die Bauarbeiten eine ganze Weile hinziehen würden, entschied ich, mich damit abzufinden. Ich entschied mich, jeden Morgen den Fortschritt zu beobachten. Zu beobachten, wozu jede Maschine gut war. Zu beobachten, aus wie vielen verschiedenen Ländern die Bauarbeiter stammten (Spanien erlebte zu der Zeit eine enorme Zuwanderungswelle aus der Sub-Sahara-Region, sowohl legal als auch illegal, und ebenso auch aus den meisten Ländern Südamerikas). Und damit änderte sich plötzlich alles für mich. Ich war nicht mehr genervt. Ganz im Gegenteil, ich freute mich jeden Tag darauf, den Fortschritt zu begutachten.

Ganz einfach, was? Nun, da das Spektakel vorüber ist, werde ich Bauarbeiten nie wieder mit den gleichen Augen sehen können – und dasselbe gilt für alles, was mich potentiell nerven könnte.

Schnellvorlauf. Gestern Morgen. Wieder auf meinem Powerwalk. Es gibt da einen Baum – keine Ahnung, was das für ein Baum ist – mit langen, schmalen Blättern und einem hohen, dünnen Stamm und granulierte Blüten, deren Oberfläche kleine Härchen aufweist. Er blüht im Frühling und im Sommer. Auf meinem Powerwalk laufe ich an mehreren davon vorbei – und ihr Geruch ist mir ein Graus!

Manchmal hatte ich sogar versucht, beim Vorbeilaufen den Atem anzuhalten. Ich konnte mich mit dem Geruch einfach nicht anfreunden. Gestern entschied ich also, etwas Angenehmes an diesem besonderen Geruch zu finden. Und so änderte sich alles auf einen Schlag. Es störte mich nicht mehr.

Ganz einfach, was? Es hatte sich nichts geändert außer meiner Einstellung.

Und darum geht es in diesem ganzen Eintrag. Wenn Sie Ihre Einstellung zur Welt ändern, ändert sich auch die Welt. Ganz einfach. Versuchen Sie es.

Photo: Cancun

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Wednesday, March 11, 2015

Schmerz des Verlassenwerdens, Schmerz der Einsamkeit, Schmerz der Furcht


In Momenten, in denen Sie den Schmerz des Verlassenwerdens, der Einsamkeit, der Angst oder einen beliebigen anderen Schmerz verspüren, empfinden Sie Ihre Lebensqualität ohne Zweifel als gering. Sie können sich nicht vorstellen, Ihrem Leid je zu entkommen, und haben das Gefühl, dass es kaum noch schlimmer werden kann.

All das ist wahr und verständlich, doch es gibt andere Perspektiven auf Ihre Lage, egal welcher der Grund für Ihr Leid auch sein mag.

Vor einiger Zeit habe ich einen Fernsehbeitrag über Glück gedreht. Ich rede und schreibe viel darüber. Hat nicht viel mit dem Thema des heutigen Eintrags zu tun, was?

Na und ob!

Leid und Glück sind verbunden, denn es gibt einen Weg, der vom einen zum anderen führt. Sie können eine Brücke bauen, die Sie vom Schmerz, wenn nicht zum Glück, so doch zu einem Zustand bringen kann, in dem Sie Ihr Leben als gut empfinden.

Wie?

Man könnte es als eine 180°-Kehrtwende beschreiben (englischsprachige Autoren sprechen von "to pivot" oder "to swivel"). Erinnern Sie sich, wie Sie sich als Kind auf die Fersen gestellt und sich dann um 180° gedreht haben, sodass Sie am Ende genau in die entgegengesetzte Richtung blickten? Sie sehen Ihr Elternhaus, vollführten Ihre halbe Pirouette und sehen plötzlich die Straße.

Eine ganz ähnliche Bewegung kann in Ihrem Inneren stattfinden, wenn Sie einen weniger schmerzlichen Zustand erreichen wollen oder müssen. Tun wir nicht so, als gäbe es keine Momente, in denen wir Leid empfinden müssen, um auf die andere Seite zu gelangen. Doch genau wie ein querschnittsgelähmter Mensch nicht immer (nur) querschnittsgelähmt ist, gibt es auch für Sie keinen Grund, in schwierigen Lebensabschnitten permanent zu leiden.

(Ein querschnittgelähmter Mensch ist nicht immer nur das, weil er, zum Beispiel wenn er lacht, wenn er isst, wenn er sich unterhält, wenn er einen Film schaut und nicht daran denkt, nicht bewusst querschnittsgelähmt ist. Auch ein Mensch mit Krebs im Endstadium ist nicht immer nur das, denn immer wieder können andere Gedanken und Tätigkeiten seinen Geist ausfüllen - trotz der Unvermeidbarkeit seines nahenden Todes.)

Ich schlage also vor, Sie üben diese 180°-Drehung. Wenn es Ihnen schlecht geht, entfernen Sie sich in Geist und Gemüt davon und bewegen Sie sich woanders hin. Zum Beispiel können Sie sich ein Szenario ausmalen, das Ihnen Vergnügen oder Freude bereitet, oder Sie denken bewusst an einen Moment des Vergnügens und der Freude aus Ihrer Vergangenheit zurück. Wie auch immer Sie es anstellen, es wird, zumindest eine Zeitlang, Ihre Energiefrequenz verändern. Und auf dieser neuen Frequenz können Sie sich besser fühlen.

Sind Sie damit illoyal? Illoyal gegenüber Ihren Sorgen, Ihrem Problem, Ihrem Gefühl des Verlassenwerdens oder gar Ihrem Gefühl unwiederbringlichen Verlustes, im Falle des Todes eines Ihnen nahestehenden Menschen? Natürlich nicht. Sind Sie illoyal Ihrer Wunde gegenüber, wenn Sie sich verbinden oder eine Salbe auftragen? Wenn Sie die gebrochenen Knochen richten und die Wunde nähen?

Derartige Vergleiche mögen manch einen verärgern. Deshalb bitte ich Sie, offen für derlei unkonventionelle Herangehensweise zu sein. Vielleicht ist es eine Herausforderung, vielleicht geht es Ihnen gegen den Strich. Doch glauben Sie wirklich und wahrhaftig, dass es falsch ist, sich auf diese Weise in einen besseren emotionalen Zustand zu versetzen, wenn Ihnen etwas Leid oder Probleme bereitet?

Ein Gedanke zum Abschluss: Glauben Sie nicht, dass es Ihnen, wenn Sie sich einmal besser fühlen, wenigstens ein Bisschen schwerer fallen wird, wieder an jenen tiefschwarzen Ort des emotionalen Leides zurückzusinken? Ist das nicht positiv? Heißt das nicht, dass der Knochen wiederzusammenwächst und die Wunde heilt?

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